Dienstag, 21. Februar 2017

Rezension: Wie die Luft zum Atmen von Brittainy C. Cherry

Quelle: (LYX)

Broschiert: 358 Seiten 
Verlag: LYX 
Sprache: Deutsch 
Preis: 14,00 (D) 
Originaltitel: The air he breathes 

Klappentext: 

"Er küsste mich, als würde er ertrinken. Er küsste mich, als wäre ich für ihn, wie die Luft zum Atmen." 

Alle hatten mich vor Tristan Cole gewarnt, mich angefleht, ihm aus dem Weg zu gehen. "Er ist ein Monster, er ist verrückt und er ist tief verletzt, Liz", hatten sie gesagt. "Er ist nichts als die hässlichen Narben seiner Vergangenheit." Doch was sie alle ignorierten, war die Tatsache, dass auch ich ein bisschen verrückt und tief verletzt war, dass auch ich Narben hatte. Und keiner von ihnen bemerkte, dass ich an Tristans Seite endlich wieder atmen konnte. Denn nicht zu vergessen, wie man atmete, war das Schwierigste, wenn man ohne die Menschen leben musste, die man von ganzen Herzen liebte. 

Meine Meinung: 

Wie immer beginne ich mit dem Cover. Was direkt ins Auge sticht, ist die männliche Person darauf. Diese soll vermutlich Tristan darstellen und tut dies meiner Meinung nach auch wirklich. Oft ist es ja so, dass das Bild nicht mit dem Charakter übereinstimmt, dies ist hier aber zum Glück der Fall. Der Hintergrund ist dunkel um nicht fast zu sagen sehr düster gestaltet. Das harmoniert sehr schön mit der Person im Vordergrund. Ebenfalls sind auf dem Cover kleine Federn abgebildet, welche auch eine große Rolle in der Geschichte spielen. Mir gefällt dieses Cover daher ganz gut. 
Die Geschichte wird aus der Sicht von Liz und Tristan erzählt, was ich wie immer super finde, da man so die Gefühle und Gedanken beider Personen verstehen kann. Durch den schönen und poetischen Schreibstil der Autorin ließ sich das Buch recht schnell lesen, wobei es trotzdem einige Längen gab, die den Lesefluss gestört haben. Das Buch beginnt mit einem Prolog aus Tristans Sicht, welcher um eine Szene aus der Vergangenheit handelt und dem Leser somit einen kleinen Einblick in sein damaliges Leben gibt. Danach beginnt es mit dem ersten Kapitel, welches aus der Sicht von Liz geschrieben ist. Wir lernen sie, ihre fünfjährige Tochter und auch ein Teil ihrer Geschichte kennen. Während einer schweren Zeit haben sie bei Liz's Mutter gelebt und beschließen sich aber dann dazu, sich nach ca. einem Jahr wieder auf den Weg in ihre alte Heimat zu machen. Doch bevor sie dort ankommen, treffen sie in einer äußerst misslichen Lage auf Tristan und so nehmen die Dinge ihren Lauf.. Liz ist 28, Mutter einer fünfjährigen Tochter und musste schon einiges in ihrem Leben durchmachen. Sie ist ein starker Charakter, liebt ihre Tochter über alles und versucht ihr das bestmögliche zu ermöglichen. Dennoch ist sie für mich als Protagonistin sehr blass und schemenhaft geblieben. Ich hatte Schwierigkeiten ein Bild von ihr zu bekommen, denn ich konnte sie und ihr Verhalten oft nicht einschätzen. Manchmal kam sie mir sehr reif und vor allem viel älter vor und in anderen Situationen wirkte es, als wäre sie das Kind in der Geschichte. Das ist mir besonders oft aufgefallen, wenn sie und Emma zusammen waren. Wenn Liz traurig war, war es nämlich meist ihre Tochter die sie versucht hat aufzubauen und die erwachsene Rolle zu spielen. Ich konnte mich daher aus vielerlei Gründen kaum bis gar nicht mit ihr identifizieren. Tristan war da schon etwas vielseitiger. Er war anfangs sehr angespannt und immer darauf bedacht die Leute glauben zu lassen, dass er ein Monster ohne Gefühle sei. Als Leser wurde mir aber schnell klar, dass er voller Wut und vor allem Trauer steckt, denn auch er hat vieles in seinem Leben erlebt. Er hat eine wirklich gute Entwicklung während des Buches vollzogen und seine Gedanken haben es oft geschafft, mich zu berühren. Besonders die Stellen, wo er aus seiner Vergangenheit erzählt oder wo er mit Emma zusammen war, haben mein Herz höher schlagen lassen. Zusammen waren die beiden meiner Meinung nach aber eine Katastrophe. Die "Beziehung" zwischen den beiden hat komisch begonnen und sich noch komischer entwickelt. Irgendwann kam der Punkt an dem ich an ihnen und ihrem Verstand gezweifelt habe und sie am liebsten wachgerüttelt hätte. Auch die Entwicklung ihrer Beziehung war für mich nicht wirklich nachvollziehbar, denn plötzlich hat sich alles verändert und das was davor war, wurde einfach vergessen und als Fehler abgetan. Die Nebencharaktere in diesem Buch fand ich leider auch eher durchwachsen. Emma, Liz Tochter war von Anfang an mein Highlight in diesem Buch. Dieses kleine Mädchen hat mich oft zum schmunzeln, lachen und nachdenken gebracht. Sie war ein unglaublich starker und sensibler Charakter und hat dem Buch ein bisschen Magie verliehen. Die beste Freundin von Liz war eine Sache für sich. Sie hat mich etwas an einen bunten Paradiesvogel erinnert, da sie nicht nur so aussah, sondern auch genauso verrückt im Kopf war. Ihre sehr offene Art hat mich einige Lachtränen gekostet. Neben den Nebencharakteren gibt es noch weitere, auf die ich aber gar nicht näher eingehen möchte, da es meiner Meinung nach zu viel Information wäre. Ein Aspekt der Geschichte hat mir aber besonders gut gefallen, nämlich der mit den Federn. Diese sind für bestimmte Personen von großer Bedeutung und sind daher sehr herzerwärmend gewesen. Wie ich oben schon erwähnt habe, kamen mir die 358 Seiten viel länger vor. Teilweise flogen die Seiten nur so dahin und ich wollte wissen wie es weitergeht aber es gab auch viele Längen, die mich ein wenig gebremst haben. Obwohl die Autorin einen so poetischen Schreibstil hat, konnten ihre Worte mich nicht wirklich tief berühren, was ich wirklich schade fand, da das Potenzial da war. Was an Emotionen zu wenig war, war an Drama zu viel. Das Ende war nämlich ein komplettes Drama. Immer wenn ich dachte es geht nicht noch dramatischer, hat die Autorin noch eine Schippe drauf getan. Das war wirklich anstrengend, da der komplette Ausgang für mich auf den ersten paar Seiten klar war und mich das Drama nicht packen konnte sondern für mich fehl am Platz gewirkt hat. Die Wendung von der alle so überrascht waren, konnte mich also auch nicht überzeugen. Ein weiterer Kritikpunkt ist auch, dass es so unglaublich viele Zufälle in diesem Buch gibt, die absolut unrealistisch sind. Daher war ich mit dem Ende nicht zu frieden und werde daher den zweiten Teil der Reihe definitiv nicht lesen. 


Fazit: 

Ich kann mich dem Hype um dieses Buch leider nicht anschließen, da es mir zu vorhersehbar und zu dramatisch war. Außerdem waren die Charaktere in diesem Buch mir zu einseitig. Trotz der guten Grundidee und des guten Schreibstils der Autorin gebe ich "Wie die Luft zum Atmen" von Brittainy C. Cherry 3 von 5 Ballerinen. 



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